Liquid-Rechner & Mischverhältnis Guide: 50/50 vs. 70/30, Nikotinsalz vs. Freebase & Reifezeiten
Der maßgebliche Referenzartikel für alle, die E-Liquids selbst mischen: exakte Formeln, PG/VG-Matrix, Nikotinchemie und Steeping-Protokolle — geprüft und kuratiert von der Smokepope Redaktion.
⚡ Schnellentscheider & Executive Summary
- ✔Shot-Formel: (Zielvolumen × Zielstärke) ÷ 20 mg = ml Nikotinshot.
- ✔50/50 für MTL/Pods (leichter Nachfluss), 70/30 VG für Sub-Ohm/DL (mehr Dampf).
- ✔Nikotinsalz bleibt bei 10–20 mg/ml sanft; Freebase ab 6 mg+ kratzt hart.
- ✔Reifezeit: Frucht 0–2 Tage, Dessert 7–14 Tage, Tabak 14–21 Tage.
- ✔Lagerung: kühldunkel, kindersicher, niemals in Sonnenlicht.
4 Sofort-Mischformeln
60 ml Longfill → 3 mg: 2 × 10 ml Shots (20 mg) + 40 ml Basen-Auffüllung.
60 ml Longfill → 6 mg: 4 × 10 ml Shots (80 ml verdrängt? Nein: 3 ml Shots + 50 ml Base).
120 ml Shortfill → 3 mg: 6 × 10 ml Shots in 120 ml Aroma-Raum.
MTL vs. DL: 50/50 Freebase 6 mg für Pods / 70/30 Freebase 3 mg für DL.
§1.Mathematische Grundlagen & Dichte-Formeln
Wer E-Liquid selbst mischen Longfill- oder Shortfill-basiert, muss zwei Dinge beherrschen: Volumenaddition und Nikotinverdünnung. Volumina sind dabei additiv — 10 ml Aroma plus 10 ml Nikotinshot plus 40 ml Base ergeben exakt 60 ml. Die Dichte spielt nur dann eine Rolle, wenn Sie von Gewicht statt Volumen ausgehen: Vegetable Glycerin (VG) besitzt eine Dichte von ca. 1,26 g/ml, Propylenglykol (PG) ca. 1,04 g/ml. Das bedeutet: 50 ml VG wiegen rund 63 g, 50 ml PG nur 52 g. Für alle Standard-Mischprozesse mit Spritzen und Tropfflaschen bleibt Volumen die praktische Größe; Dichteangaben werden erst relevant, wenn Sie eine Feinwaage zur Hand haben und Gewichtsmischung präziser als 0,1 ml sein soll.
Die wichtigste Formel für alle Mischvorgänge lautet: ml Shot = (Flaschengröße × Ziel-Nikotinstärke) ÷ Nikotinstärke des Shots. Üblicherweise arbeitet man mit 20 mg/ml-Shots, also 200 mg Nikotin in 10 ml. Beispiel: 60 ml Liquid bei 3 mg/ml → (60 × 3) ÷ 20 = 9,0 ml Shot. Für 6 mg/ml in 60 ml: (60 × 6) ÷ 20 = 18,0 ml — also fast zwei volle 10-ml-Shots. Dieser simple Dreisatz bildet das Fundament jedes liquid rechners und jeder Misch-Tabelle.
§2.Das PG/VG-Verhältnis entschlüsselt
Propylenglykol und Vegetable Glycerin bestimmen Konsistenz, Dampfmengen und Geschmacksträgerschaft. 50/50 ist das klassische MTL-Verhältnis: Die niedrigere Viskosität sichert zuverlässigen Nachfluss in Pod-Systemen und Salz-Nikotin-Burnern mit Widerständen ab ca. 0,8 Ω. PG wirkt dabei als hervorragender Geschmacksträger, transportiert Aromen präziser, sorgt aber auch für einen spürbaren Halsschlag — ideal bei Freebase-Nikotin in Sub-Ohm-Geräten. 70/30 (VG-dominiert) ist das Standardverhältnis für DL-Vaping und Sub-Ohm-Verdampfer ab 0,4 Ω: Der hohe VG-Anteil erzeugt dichte, wolkige Dampfsäulen, verlangt aber leistungsfähige Kanthaldrähte und ausreichend Juice-Ports. Überschreitet VG 80 %, blockieren zu hohe Viskositäten klassische MTL-Heads und führen zu trockenen Spulen.
Praxis-Check vor dem Kauf: Pod-System < 15 W → 50/50. Sub-Ohm 40–100 W → 70/30. Mega-RBA-Kartuschen → 80/20. Für nikotinsalz-basierte Longfills empfehlen wir durchgängig 50/50, da Salze ohnehin sanft sind und PG die Geschmacksentfaltung begünstigt. Bei reinen Aroma-Longfills wie dem Vampire Vape Heisenberg Longfill folgen wir der Herstellerempfehlung: 70/30 für maximale Dampfdichte, 50/50 für MTL-Nutzer. Wichtig: Arbeiten Sie immer mit einer neutralen Base im passenden Verhältnis, damit sich Ihr Zielverhältnis durch die Shot-Verdrängung (10 ml Shot enthält typischerweise PG oder Salz-Nikotin-Basis) nur minimal verschiebt.
§3.Nikotinsalz vs. Freebase beim Selbstmischen
Chemisch unterscheiden sich die beiden Nikotinformen im pH-Wert: Freebase-Nikotin ist basisch (pH ~8,0–9,0), reagiert auf Schleimhäute alkaliereizend und erzeugt den typischen harten Halsschlag. Ab 6 mg/ml wird dieser Reiz für viele Nutzer unerträglich. Nikotinsalze binden Nikotin an organische Säuren (z. B. Benzoesäure, Salicylsäure, Milchsäure) und sinken auf pH 5,0–6,0 — die Folge: enorm sanfter Halsschlag trotz hoher Dosis. Der Nikotinshot selbst bleibt bei 20 mg/ml Salz, die Aufnahme durch die Mundschleimhaut erfolgt pharmakologisch schneller (ähnlich einem Zigarettenzug), liefert aber nach Angaben der Studienlage ein geringeres Suchtpotenzial.
Beim Mischen ergibt sich die Faustregel: Freiheit bis 6 mg/ml → Freebase. Ab 10 mg/ml → Salz. Im Bereich 3–6 mg für MTL-Aromenblends entscheiden sich viele für Hybrids (eine Mischung aus Salz-Shots und freien Base-Nikotin-Stärken) — das optimiert Dampfdruck und Lunge. Tatsächlich bieten Sie alle Vorteile: moderater Throat Hit, gleichmäßige Aufnahme, hohe Nikotinstärke ohne Bitterkeit. Wichtig beim Mischen: Niemals Salz-Shots mischen, wenn im Longfill bereits Freebase enthalten ist — das verändert die Elektrolytbalance und kann unnötigen Bittergeschmack erzeugen. Nutzen Sie dazu entweder reine Vampire Vape Heisenberg 30 ml Aromas (nikotinfrei) oder wahlweise 20 mg Salz-Shots.
§4.Große Interaktive DIY-Mischtabelle 2026
Für alle, die es präzise haben wollen: Diese Tabelle listet die gängigsten Mischformeln inklusive benötigter 20-mg/ml-Shots, Basen-Auffüllmenge und empfohlenem PG/VG-Verhältnis. Alle Werte sind auf handelsübliche Chubby-Gorilla-Flaschen normiert.
| Flaschengröße | Ziel-Nikotin | Aroma-Anteil | Shots nötig | Base-Auffüllmenge | PG/VG |
|---|---|---|---|---|---|
| 60 ml Longfill | 3 mg (Freebase) | 12 ml (Vampire Vape) | 9 ml = 1 × 10 ml | 39 ml | 70/30 |
| 60 ml Longfill | 6 mg (Freebase) | 12 ml | 18 ml = 2 × 10 ml | 30 ml | 70/30 |
| 60 ml Longfill | 10 mg (Salz) | 12 ml | 30 ml = 3 × 10 ml | 18 ml | 50/50 |
| 120 ml Longfill | 3 mg (Freebase) | 20 ml | 18 ml = 2 × 10 ml | 82 ml | 70/30 |
| 120 ml Longfill | 6 mg (Freebase) | 20 ml | 36 ml = 4 × 10 ml | 64 ml | 70/30 |
| 100 ml Shortfill | 3 mg (Freebase) | Aroma fertig enthalten | 15 ml | Keine Base nötig | 70/30 |
Tipp: Für alle weiteren Berechnungen nutzen Sie unseren Basen & Nikotinshots Shop inklusive passender Rechner-Module.
§5.Longfill vs. Shortfill vs. Klassisches Aroma & Reifezeiten
Shortfills sind bereits fertig gemischte, nikotinfreie Liquids mit Aroma, die nur auf Nikotinstärke aufgefüllt werden. Longfills enthalten eine hochkonzentrierte Aromamenge (z. B. 12–20 ml in 60-ml-Flaschen), die erst mit Shots und Base ergänzt wird. Klassische Aromen (1–2 % Dosierung) erfordern eigene Basen, VG, PG und Rechenarbeit — bieten die maximale Kontrolle, sind aber zeitaufwendiger. Praktisches Befüllen einer Chubby-Gorilla-Flasche: Erst die 10-ml-Shots mit einer Einwegspritze vorsichtig eindosieren, dann Basen angießen, Deckel verschließen, kräftig 30 Sekunden schütteln und mindestens 12–24 Stunden ruhen lassen. Nie über die Fülllinie hinaus arbeiten.
Reifezeiten (Steeping) sind entscheidend für die Geschmacksentfaltung. Fruchtmischungen sind oft nach 0–2 Tagen trinkfertig. Dessert- und Bakery-Blends profitieren stark von 7–14 Tagen im dunklen, kühlen Schrank — Molke, Vanille und Zuckersirup brauchen Zeit, um zusammenzufinden. Tabakaromen entfalten ihre komplexen Noten frühestens nach 14–21 Tagen. Während des Reifeprozesses wandern Aromamoleküle durch die Basenmatrix, Oxidation mildert harte PG-Noten und das gesamte Profil rundet sich ab. Bei stärkeren VG-Mischungen dauert dies länger, da die Viskosität die Diffusion bremst. Praxistipp: 1× täglich einmal kurz schütteln und auf Raumtemperatur halten.
§6.Typische Mischfehler & Sicherheitsregeln
Der häufigste Fehler beim DIY-Liquid: Verhältnis-Panik-Symptome. Wenn Menthol oder Kühl-Additive überdosiert wurden, kann das ein Extremgefühl in der Lunge und Übelkeit hervorrufen. Sofortmaßnahmen: Liquid abwählen, zuckerfreies Getränk nachlegen, 30 Minuten Pause. Reinigen Sie den Verdampfer komplett mit warmem Wasser. In schweren Fällen wird das Liquid mit neutraler Base verdünnt. Zweiter Klassiker: zu viel VG in MTL-Pods. Die hohe Viskosität verhindert den Nachfluss zum Coil, der Wattepool vertrocknet und verbrennt — das Resultat ist ein Dry Hit mit teils giftigen Verbrennungsprodukten. Bei allen Geräten unter 20 W daher konsequent 50/50 verwenden.
Was die Sicherheit betrifft: Nikotinshots sind hochkonzentriert und potenziell giftig bei Hautkontakt. Tragen Sie immer Einweghandschuhe und arbeiten Sie in gut belüfteten Räumen. Kontaminierte Flächen sofort mit Seife und Wasser reinigen, nie in den Augenreiben. Lagern Sie alle Basen, Shots und fertigen Liquids in einer kühlen, dunklen, kindersicheren Umgebung bei 15–20 °C. Licht und Wärme oxidieren VG und Aromen, das Liquid wird dunkel und bitter. Verwenden Sie ausschließlich lebensmittelechte Behälter und vermeiden Sie Metallbeimengungen. Niemals Nikotinshot mit Alkohol verdünnen.
§7.Hardware & Produkt-Empfehlungen
Basen & Nikotinshots
Unser komplettes Sortiment an PG-, VG-Basen und 20-mg/ml-Nikotinshots — die Basis für jede DIY-Mischung.
✅ Vorteile: Lebensmittelechte Qualität, präzise Tropfflaschen, deutscher Lagerbestand, neutrale Basen für maximale Geschmacksfreiheit.
❌ Nachteile: 20-mg-Shots sind in der EU auf Grund der Regulierung limitiert; europäische Versandbeschränkungen je nach Land.
Vampire Vape Heisenberg Longfill
Der legendäre Heisenberg-Geschmack — ein ikonischer Sweet-and-Cool-Blend mit Frucht, Eukalyptus und Kühle — jetzt als 60-ml-Longfill mit 12 ml Konzentrat.
✅ Vorteile: Einzigartiger Geschmack, perfekte Mischbarkeit, kompatibel mit allen Shots, hervorragender DL-Dampf bei 70/30.
❌ Nachteile: Kühleffekt ist intensiv — für sensible Nutzer ggf. 50/50 sanfter ausprobieren.
§8.Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie berechne ich die Nikotinstärke beim Selbstmischen?
Verwenden Sie die Grundformel: ml Shot = (Flaschengröße × Zielstärke) ÷ 20 mg/ml. Für 60 ml und 3 mg/ml sind das 9 ml Shot, also knapp ein voller 10-ml-Shot. Danach den Rest mit neutraler Base auffüllen.
Wann sollte ich 50/50 und wann 70/30 wählen?
50/50 eignet sich für MTL- und Pod-Systeme unter 15 W — es fließt leicht und überträgt Geschmack präzise. 70/30 mit hohem VG-Anteil ist für Sub-Ohm-Dampfer ab 0,4 Ω gedacht und liefert maximale Dampfdichte.
Ist Nikotinsalz beim Mischen gefährlicher als Freebase?
Nein — die giftige Dosis bleibt gleich, die Toxizität im Mischprozess identisch. Nikotinsalze sind aufgrund des niedrigeren pH-Werts nur deutlich sanfter im Halsschlag und erlauben höhere Stärken ohne brennen.
Wie lange muss ein Longfill reifen?
Frucht-Longfills sind oft nach 0–2 Tagen genussbereit. Dessert- und Bakery-Blends profitieren von 7–14 Tagen Steeping, Tabakaromen von 14–21 Tagen. Regelmäßig schütteln und kühl-dunkel lagern.
Was tun bei zu hohem Menthol- oder Kühleffekt?
Sofort abwählen, viel kaltes Getränk nachlegen und 30 Minuten warten. Reinigen Sie den Verdampfer gründlich. Als Prävention das Liquid mit neutraler Base verdünnen oder auf eine 50/50-Basis wechseln.